Bitte wenden Sie sich an den Ticketing-Schalter – Oder: Warum ich Software hasse…

Seit 1995 lebe ich aktiv von der Softwareentwicklung. Seit mehr als einem Jahrzehnt funktioniert das was ich da sehe in der Regel nicht ganz so wie man es sich erhofft oder erwartet. Wenn es funktioniert was man selbst programmiert hat macht es manchmal Spaß und dann fühle ich mich schon mal wie Hannibal vom A-Team der sich nach erfolgreicher Mission eine Zigarre in den Mund steckt und die Worte sagt: “Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert”.

Leider sind diese Moment oft sehr selten. Ganz schlimm wird es wenn vielleicht ein Java-Applet das auf einem Solaris Server von einem Apache Web-Server gehostet wird eine Reservierung entgegen nimmt, eine UTF-8 kodierte XML-Datei erzeugt, die dann per FTP auf einen Linux Server kopiert wird, wo sie von einer Java-basierten EAI Lösung eine namhaften Herstellers in eine Bytewust fester Länge konvertiert wird, wobei nicht erkannte Zeichen mit Blanks aufzufüllen sind, diese dann von einem Batch der über ein JCL getriggert wird, schon einige wenige Augenblicke später auf einen 20 Jahre alten Großrechner kopiert wird. Dort wird die Bytewurst dann vielleicht von einem COBOL Programm geparst, dass ein mittlerweile pensionierter umgeschulter Grundschullehrer vor 28 Jahren im Anschluss an seine Umschulung programmiert hat. Nach dem Parsen werden dann vielleicht einige Datenschnipsel in den EBCDIC Zeichensatz konvertiert um letztlich in einer hierarchisch organisierten Datenbank in einer indexsequentiellen Datei ihr Altersruhe zu finden.

So weit so gut, dumm nur, wenn der Apache-Webserver bevor das alles passiert ist einem SMTP-Server gesagt hat, er solle doch bitte dem flehenden Reisenden eine Buchungsbestätigung zukommen lassen…

Irgendwie so stelle ich es mir vor was da mit meiner Sitzplatzreservierung gestehen ist. Jedenfalls gab es heute beim Vorabend-Check-In heftige Konfusionen bei verschiedensten weiblichen Mitarbeitern einer großen deutschen Vogelfluglinie…

Einen Sitzplatz habe ich nun – nicht den erwarteten – vielleicht einen direkt am Klo wo ständig Leute rumstehen und warten, dass das Klo endlich für sie frei wird. Egal, morgen um 12h30 Ortszeit ist das hoffentlich alles vergessen.

Dann kommt die nächste Nagelprobe, eine andere Bytewurst enthielt meine Mietwagenbuchung…

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