Paria Canyon – Oder: Warum wir heute Gummistiefel gebraucht hätten

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Safeways gegenüber sind wir heute so um 9h15 in Richtung Paria Canyon gestartet. In Bigwater haben wir einen kleinen Zwischenstopp gemacht und beim Ranger mal nachgefragt ob der Off-Road-Trail von Page nach Escalante passierbar ist. Er hat abgewunken, Eis, Schnee, Matsch – “Because you get very high…” Also fahren wir am Sonntag wohl mit zwei Autos auf geteerten Straßen nach Escalante – ist ja auch ganz nett!

“You guys were driving too fast!”

Auf der Suche nach einer Möglichkeit das Ticket vom Vortag zu bezahlen kam und dann in Bigwater ein richtig ausgewachsener Hund auf der Straße entgegen gerannt. Einige Mete dahinter ein erwachsener Truck, dessen Fahrer einen kleinen Hund auf dem Schoß hatte. Das Seitenfenster war unten und die Haare des kleinen wehten im Wind. Der Fahrer winkte uns freudig zu, ich denke er hat seinen (großen) Hund “Gassi geführt” – Das ist Amerika!

Das Ticket konnten wir dann im Townhall Office bezahlen. Die beiden Damen waren sehr nett und haben uns sogar Muffins angeboten. Die hatten allerdings so fiese Farben, dass ich dachte sie bestünden komplett aus Lebensmittelfarbe. Wahrscheinlich wären sie aber ganz lecker gewesen… Wir haben noch nach dem Wetter gefragt, die Antworten der beiden Damen waren uneinheitlich. Die eine sagte es wäre so wie heute, die andere sagte es würde Regen geben. Ich denke die letztere wird Recht behalten! Wenn es morgen regnen sollte, dann fahren wir nach St. George und schauen mal wofür man dort Geld ausgeben kann!

Paria Canyon

Die Anfahrt zum Paria Canyon ist ganz einfach. Man fährt in westlicher Richtung bis man kurz hinter Big Water links die Ranger-Station sieht. Dort gibt es im Sommer und Herbst die Permits für die Wave. Man verlässt dort die Hauptstraße und fährt ein paar Minuten über einen gut ausgebauten Schotterweg, dann ist man schon am Trailhead. Dort muss man sich selbst registrieren – ich sage nur PERMITITIS! Die Selbstregistrierung ist aber ganz einfach. Aus einem “Spender” zieht man einen Umschlag. Auf diesen Umschlag schreibt man drauf wer der Führer der Gruppe ist, um wie viele Personen es sich handelt, wohin es wann losgeht und wann man wieder zurück sein will. Dann noch die Nummer des Autos oder eine Beschreibung. Da hier ja viele Autos ganz ohne Nummernschilder unterwegs sind, mutet das für den deutschen Urlauber schon irgendwie ein wenig seltsam an. Klingt zwar komisch – iss aber so!

Register yourself!

In den Umschlag steckt man dann 5$ oder “faiv Baks” wie man hier sagt. Für zwei Hiker sind es dann schon 10 Bucks – kein ganz billiges Vergnügen! Vom Umschlag reißt man dann ein perforiertes Stückchen ab auf dem eine Nummer steht – das ist der Permit! Die Nummer schreibt man dann auch noch auf den Umschlag, legt den Zettel unter die Windschutzscheibe und steckt den Permit mit den Bucks in eine Art Briefkasten – “That’s it’ You’ve successfully self registered yourself!” Danach kann die Wanderung dann losgehen!

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Am Traihead wurden dann schnell die Fotosachen gepackt und los ging es dann schon. Nach 20 Minuten standen wir vor der Wahl oben am südlichen Rand des Canyons entlang zu wandern oder unten am Wasser. Wir entschieden uns für Letzteres! Über ein paar dicke Steine kamen wir dann trockenen Fußes auf die andere Seite des kleinen Flusslaufes. Das Wasser sieht übrigens nicht wie Wasser aus, sondern eher wie flüssiger Beton. Ich kann mir gut vorstellen wie zwei Wanderschuhe nach ausgiebigem Kontakt mit dieser Brühe aussehen. Ja, 10 Minuten später war die Wanderung dann auch schon beendet. Der Weg war zu Ende und wir hätten den Fluss erneut überqueren müssen. Das wäre dann eine Weile so weitergegangen.

Hier fielen mit wieder die wichtigsten aller Worte ein “Be Prepared!” – waren wir nicht! Und da wir gelernt haben “Fünf Stunden nasse Füße machen zwei Wochen krank!” ging es wieder zurück und dann oben entlang! Die Aussichten auf den Canyon sind dort auch ganz nett, wenngleich aus fotografischer Perspektive eher langweilig – positiv gestimmt würde man vielleicht sagen “schwierig” oder “eine Herausforderung” – aber das Beratervokabular habe ich vorletzte Woche daheim gelassen. Es war also eher langweilig, bis wir dann einen schönen Slot Canyon gesehen haben. Beim Versuch dort hinunter zu klettern wurde schnell klar, dass es dort Stellen gibt bei denen es mehrere Meter abwärts geht. Ein Seil hatten wir zwar dabei aber wenn man das Gebiet gar nicht kennt sind solche Experimente weniger angesagt. Man konnte aber halbwegs gut in den Canyon absteigen und das war dann doch ganz nett.

In diesem Canyon finden sich viele Hufspuren und es war schnell klar, der Reiterhof oben an der Hauptstraße bietet sicher Touren zu Pferd durch diesen tollen Canyon an.

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Unten im Canyon war es sehr ruhig und einfach zauberhaft. Man hört dort nur den Wind, das Wasser und ab und zu mal ein paar Vogelstimmen. Mehr nicht – ok – es gibt noch andere Geräusche – aber nur wenn wir dort sind – das Klappern von Spiegeln… Gelegentlich frischte der Wind ganz schön kräftig auf und brachte reichlich Sand mit sich. Nicht gut für sensible Fotoapparate!! Schon gar nicht wenn man mal wieder vergessen hat den abgelegten Fotorucksack zu schließe und der ganze Sand dann überall zwischen den Objektiven ist. (Au Backe, war das eine Schweinerei!!) Kurz drauf habe ich dann entdeckt, dass auch Felswände ein Herz haben können!

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Nach ausführlicher Fotodokumentation alles Sichtbaren ging es dann wieder rauf und zurück. Es zogen bereits die Wolken auf die ich bei der 10 Tage-Wettervorhersage via www.weather.com schon gesichtet hatte. Es soll ja morgen regnen! Irgendwann kamen dann Bedenken auf, ob es nicht vielleicht auch heute schon regnen könnte! Also zurück zum Auto und heim nach Page.

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In Page gab es dann bei Sarah aus Kalifornien wieder zwei dicke Scoops die echt unanständig lecker sind und aus weiblicher Perspektive zutiefst verdammenswert sind…

Gleich geht es zum Essen zum Chinesen, mal schauen was der so zu bieten hat 🙂

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