Moped fahr’n – Oder: Nasse Füße werden wieder trocken

Was kann es schöneres geben als morgens um kurz vor sechs zärtlich wachgeküsst zu werden? Ein Tag der SO anfängt muss gut werden!

Also Kaffee, Dusche, Klamotten für die Woche zusammenpacken, Lüften, Heizung abstellen, Licht aus, dann dieses Geräusch – in den Schrebergärten gegenüber zwitschern die Vögel – es wird Frühling! Kann man bei diesem Wetter mit mit gutem Gewissen mit dem Auto zur Arbeit fahren? Eigentlich nicht…

Also schnell alles umpacken, Mopedhose an, Stiefel an, Nierengurt, Halstuch, Jacke, Handschuhe schnappen, Helm schnappen, Auto in die Garage, Moped für die Türe, Koffer einpacken, um 6h30 geht es los!

Die Straßen sind noch nass, es hat die Nacht über geregnet. Das Thermometer am Moped zeigt 14,5°C – die beheizten Griffe sind prima 🙂

Ich fahre auf der B9 nach Koblenz. Immer wieder nervt ein schwer übergewichtiger Typ in seinem schwarzen Combi. Im Spiegel sieht er aus wie jemand den seine Frau nicht mehr liebt, den seine Kinder verachten, der das alles weiß und es jeden Morgen mit dem Gaspedal zu kompensieren versucht. Lichthupe, Blinker, dicht auffahren, so ein Idiot. Rechts wird es frei, ich fahre brav rechts rüber und genieße dann den Anblick der kleiner werdenden Scheinwerfer im Rückspiegel – 230 Kilo und 163 PS – das kann er nicht mithalten. Dann vor mir ein Clio, fährt ganz brav 130, ich dahinter, dann kommt wieder der Combi. Der Clio fährt rechts, ich auch und der Combi wird im Rückspiegel wieder kleiner. Irgendwann ist er ganz weg – wo weiß ich nicht – jedenfalls hat er mich nicht umgefahren – besser ist das!

Kurz nach Koblenz trübt es sich ein und es beginnt zu regnen. In Bacharach gießt es wie aus Eimern. Aber da ist diese Aral-Tankstelle. 1999 war ich mit meiner Freundin 14 Tage mit dem Moped in Norditalien. Auf dem Hinweg ging es immer nur den Rhein entlang. Unser erster Zwischenstopp war damals genau an dieser Tankstelle. Seit dieser Zeit halte ich dort gern an, denn es ist fast der halbe Weg nach Mainz. Es gibt ein frisches Brötchen und leckeren Kaffee. Als ich gehe hinterlasse ich eine große Pfütze in der Tanke – das Leben ist hart!

Der Regen hat sich verzogen, es geht weiter geradeaus. Die Lorelei umfahre ich ganz allein, kein Gegenverkehr, nichts. Dann wieder ein Combi, diesmal ein Opel, Silber, der Fahrer könnte der Gleiche sein… Gleiches Spiel, dann kommt die Baustellenampel – ROT – Vor dem ersten Auto ist ne Menge Platz. Die 20 Autos dazwischen wird er niemals überholen können – ich habe wieder meine Ruhe. Moped fahr’n is wie wenze fliechs…

moped

Bei Bingen geht es auf die Autobahn. Mal richtig Gas geben. Um 4. Gang auf 180, dann den 5. dann den 6. – das Moped schiebt von 180 auf 220 wie mein Auto von 20 auf 60 – das ist einfach nur cool. Doch bevor es mit den Schädel von den Schultern reißt ist da schon wieder ein Speedlimit – 130 – später 100, dann der Tunnel, die gesperrte Ausfahrt, ein kleiner Umweg – ich bin da.

Schnell umziehen und an die Arbeit.

Während ich schlaue Sachen zu programmieren versuche trocknen die Socken neben der Heizung. Die Jacke hängt am Stuhl und die Hose trocknet über dem Besucherstuhl. Ist alles gar kein Problem! Nur mein UMTS-Modem habe ich daheim vergessen. Abends BLOGGEN wird nichts – Schade!

Nach Feierabend wieder umziehen und rauf aufs Moped. Zwei Straßen weiter ist ein ALDI – Hm – Da gab es neulich ein UMTS Modem – fahren wir doch mal hin. Das Modem gibt es noch, sieht gut aus und kostet 49,90 Euro. Dazu ein Starterset für 12 Euro – damit sollte ich ins Internet kommen 🙂 Mit dem Moped geht es am Rhein entlang nach Oppenheim, beim Mac Donalds gibt’s einen Riesenburger mit Kringelfritten. Schmeckt nicht wirklich gut, macht aber satt! Dann weiter am Rheinentlang. Kurz hinter Oppenheim rechts ab und dann kreuz und quer durch die Weinberg, das Leben ist schön und die Füße sind trocken!

burger

Also die Sonne untergeht wird das Moped kurz in der Waschanlage geputzt und dann geht es ab nach “Haus”.

Dann der Versuch das tolle neue UMTS-Modem zum Laufen zu bringen. Die SIM-Karte rein und in den Compi. Treiber werden installiert, dann kann ich das Setup für 64-Bit System starten. Soweit so gut. Nach ein paar Minuten scheint alles fertig zu sein, aber es funktioniert nichts. Da wird kein Netz gefunden – Mist das hatte ich erwartet. Ich ärgere mich still vor mich hin. Der vergessene UMTS-Stöpsel ist von Vodafone, der klappt prima, fast überall, schnell und zuverlässig. Ich ärgere mich über diese “ePlus-Gurke”. Nichts geht, ich versuche es mal am Notebook, da klappt es auch nicht. Plötzlich findet das Notebook das WLAN von neben an. Dann ist es wieder weg, dann wieder da, dann wieder weg… Ich stöpsle mal den WLAN-Stick an den PC. Mit ein wenig herum probieren klappt dann tatsächlich der Connect zum Hotel nebenan per WLAN – wer hätte das gedacht!

umts-stick wahnsinn

Ich google ein wenig nach der Fehlermeldung und es sieht so aus als müsste man die Karte zunächst einmal freischalten. Ist ja witzig, da kauft man sich ein Modem damit man ins Internet kann und bevor man damit ins Internet kann muss man ins Internet um es freizuschalten. Klingt alles total logisch… Aber ich habe ja ein WLAN- Warum eigentlich noch der Stöpsel? Wieder fast 62 Euro verschenkt? Na mal sehen, morgen ist auch noch ein Tag…

Hier ist es jetzt 2:32 und das Bett ruft “Schlaf in mir” – wer könnte da schon wiederstehen – jedenfalls zu dieser Uhrzeit?

Ciao! 🙂

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