Fuji Finepix X100 – Der erste Praxistest

Es ist Wochenende und es gilt noch schnell in der Innenstadt einige Einkäufe zu erledigen. Ach ja, mein Personalausweis läuft bald ab, ich brauche noch ein paar Fotos die den neuen biometrischen Anforderungen genügen. Also geht es kurz zum Bonner City-Foto-Center. Der Inhaber Herr Severin begrüßt mich wie immer sehr freundschaftlich. Ein anderer Kunde wird gerade abgelichtet und wo wir gerade dabei sind… Einige Minuten später habe ich meine sechs „Mugshots“ in der Hand. Die Kundschaft ist für eine Weile „überschaubar“ und so kommen wir mal wieder ins Gespräch.

Bonner City-Foto-Center gegenüber von Puppenkönig

Am Ende ist die Nikon D800E bestellt und ich verlasse den Laden mit einer limitierten Version der neuen Fuji Finepix X100. Daheim bin ich überrascht wie edel sie sich in der schwarzen Echtholzschatulle macht. Sie sieht aus wie eine Leica, wie eine Leica aus Japan – nur der rote Punkt fehlt noch…

Neben Kamera, Akku und Ladegerät ist ein kleines Blitzlicht dabei, es gibt eine braune herrlich altmodische Ledertasche und ein Echtheitszertifikat. Ich bin schwer beeindruckt, doch wie wird sich diese Kamera beim ersten Shooting schlagen? Schnell den Akku aufladen und eine Weile später geht es los in Richtung Bad Breisig. Dort angekommen steht die Sonne tief, es ist bitter kalt und ich kann die kleine Kamera kaum bedienen ohne, dass die Hände schmerzen. Nach den ersten Bildern im JPG-Modus aktiviere ich den RAW-Modus. Nun speichert die X100 immer ein RAW-Bild und parallel eine JPG-Datei. Wieder daheim angekommen ist das überaus praktisch, denn mein Windows 7 Computer kann die RAW-Bilder der X100 nicht darstellen. Doch zuvor geht es noch zum örtlichen EDEKA, heute abend soll es endlich mal wieder Kanarische Garbanzas geben! Die Gelegenheit nutze ich für einige High-ISO-Testbilder. Bei ISO-800 und ISO-1600 knipse ich mit Blende 4 einige Auslagen in den Regalen, alles ohne Blitzlicht – versteht sich! Dabei fällt mir auf wie toll es ist wenn man eine Kamera ohne störenden Spiegelschlag praktisch völlig lautlos auslösen kann!

Später lade ich mir von der Webseite des Herstellers die deutsche Bedienungsanleitung herunter. Wirklich brauchen tut man sie nicht, diese Kamera erklärt sich fast von allein. Wer mal stöbern will findet sie hier. Aber die RAW-Bilder lassen sich nicht öffnen. Nach kurzer Suche ist klar, ich brauche einen neuen RAW-Konverter! Auf der Fuji-Webseite gibt es genau das was ich suche. Die Software ist schnell installiert, es gibt Versionen für Windows ebenso wie für den Apple Macintosh – prima!

Die Möglichkeiten der RAW-Konvertierung sind nicht besonders vielfältig, aber man hat so ziemlich alles was man braucht um eine grundlegende Konvertierung in eine TIFF-Datei auszuführen. Diese kann man dann beliebig mit Photoshop nachbearbeiten. Was leider nicht geht, ist das Speichern im Adobe DNG-Format. Damit ist es nicht möglich via X-Rite Colorchecker Passport ICC-Profile zu dieser Kamera anzulegen. Auch kann Photoshop CS4 die RAW-Dateien nicht öffnen. Wer also farbverbindlich mit der X100 arbeiten will braucht entsprechende Updates! Die neueste Version von Photoshop CS5 wird die RAW-Dateien öffnen können und die neueste Version von Silkypix soll auch das Speichern im DNG-Format erlauben. In den nächsten Tagen werde ich das alles ausprobieren und anschließend hier berichten.

Wer es noch nicht kennt, hier ist mein Video zum X-Rite Colorchecker Passport. Das was ich da erzähle klappt hoffentlich sehr bald auch mit der Fuji Finepix X100!

Nach der Installation der Silkypix-Software bin ich bei der RAW-Konvertierung wirklich überrascht. Selbst die Bilder die mit ISO-1600 gemacht sind zeigen viele feine Details und das bei relativ geringem Bildrauschen. Die Bilder die am Rhein bei ISO-200 entstanden sind hauen mich teilweise echt um. Das hatte ich nicht erwartet, diese kleine nostalgisch wirkende Kamera liefert wirklich gutes Bildmaterial, Respekt! Aber es sind auch einige Bilder dabei, auf denen der korrekte Fokuspunkt nicht wirklich getroffen ist. Auch die X100 kann nicht zaubern!

Hier ein Screenshot den ich während der RAW-Konvertierung bei ISO-800 und ISO-1600 gemacht habe. Die Bilder zeigen die Silkypix Software auf einem 30″ Monitor, die Bilder sind jeweils in der 1:1 Ansicht geöffnet. (Einfach Anklicken für Originalgröße)

RAW Konvertierung Fuji Finepix X100 mit Silkypix bei ISO 800

ISO-800

RAW Konvertierung Fuji Finepix X100 mit Silkypix bei ISO 1600

ISO-1600

Hier habe ich Euch einige weitere Bilder abgelegt. Die Links zu den RAW-Dateien sind unterhalb der Bilder. Wer mag kann sich also Silkypix mal selbst installieren und die RAW-Bilder in aller Ruhe auf dem eigenen Computer anschauen. Wer die JPG-Dateien in voller Auflösung anschauen will, klickt einfach auf die kleinen Vorschaubildern.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

4 Kommentare zu “Fuji Finepix X100 – Der erste Praxistest

  1. Also hab ich das jetzt richtig verstanden? Du gehst in die Stadt um 6 Passfotos machen zu lassen, bestellst nebenbei eine D800E und nimmst noch eine Finepix X100 mit nach Hause? Das finde ich einfach nur Genial 🙂

    Ich brauch auch noch eine Systemkamera, weil ich überzogen bin, dass Systemkameras in den nächsten Jahren den DSLR den Rang ablaufen werden. Zumindest im Heim- und Semiprofessionellen Bereich.
    Der Test mit der NX200 war aber ernüchternd, so dass ich immer noch eine passende Cam suche.

    • Ich bin ein echter Stammkunde in diesem tollen Fotoladen. Und unter der Hand gibt es auch mal den einen oder anderen Preisnachlass, meist in Form von Filmmaterial oder Speicherkarten usw. Alles was ich dort kaufe kann ich ggfs. auch später einmal wieder in Zahlung geben. Die Preise für „Gebrauchtes“ sind fair. Und bis die Hersteller mich einladen ihre neuesten Produkte vorzustellen muss ich sie leider kaufen und wenn sie nicht mehr wirklich aktuell sind wieder in Zahlung geben.

      So kann ich Euch einen tollen BLOG präsentieren und andererseits meinem Hobby und Spieltrieb nachgeben.

      So haben wir beide etwas davon 🙂

  2. Nicoals

    Heinz, die Fuji X-Pro1 wäre doch die Perfekte wahl. Die Bildquali von der Fuji ist excellent. Allerdings sollte dir bewusst sein, dass du auf Zoom-Gläser, wie auch Tele und WW-Linsen vorerst verzichten musst. Es gibt zurZeit 3 Festbrennweiten.

  3. […] Fuji X100 – Der erste Praxistest […]

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