Nikon D300 – Burg Kreuzberg Infrarot

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(Alle Fotos sind 1000 oder 1920 Pixel breit oder hoch – einfach Anklicken…)

Schon seit vielen Jahren ist für mich das Tor zur Eifel das kleine Örtchen Kreuzberg in der Nähe von Altenahr. Bei meinen ersten Erkundungstouren gab es die modernen Straßentunnel und Umgehungsstraßen noch nicht, doch die wunderschöne Burg Kreuzberg war schon immer gut zu sehen und hatte es mir sehr früh wirklich angetan. Inzwischen hat man einen sehr schönen Blick auf die Burg wenn man den Tunnel nördlich von Kreuzberg verlässt. Das sieht einfach immer wieder schön aus und in den letzten Jahren habe ich mich immer wieder geärgert, dass ich keine Kamera dabei hatte.

Heute sollte sich das endlich ändern! Während sich meine Freundin Sandra im Café Fahrtwind vergnügt, bin ich mit meiner auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 und dem nagelneuen Nikon AF-S VR 55-300mm Objektiv unterwegs. Ich will sehen wie sich diese Linse in der Infrarot-Fotografie schlägt. Außerdem ist mein Ziel, einen der benachbarten Berge zu besteigen um so diese wunderbare Burg auf „Augenhöhe“ fotografieren zu können. Ein Exemplar des Nikon AF-S VR 55-300mm habe ich ja schon vor einer ganzen Weile gekauft, aber es ist dann samt Nikon D5100 in den Besitz meiner Freundin Sandra übergegangen. Damals habe ich ein spontanes kleines Unboxing gemacht:

Und weil dieses Objektiv an der Nikon D5100 meiner Freundin inzwischen praktisch festgeschweißt ist, habe ich mir in der letzten Woche nach langem Hadern ein zweites Exemplar gekauft. Im direkten Vergleich zum drastisch teureren und deutlich unhandlicheren Nikon AF-S VR 2.8/70-200 habe ich damit an einer DX-Kamera einen größeren Telebereich, kann aber keinen Nikon Tele-Konverter benutzen. Blende 2.8 habe ich auch nicht, aber dafür hat das 55-300 bei amazon gerade einmal 219,- Euro gekostet – wenn das kein Schnäppchen ist?

Hier habe ich eine keine Karte auf der Ihr sehen könnt wie die Burg gelegen ist und von welchen Stellen ich sie fotografiert habe (1-5). Kleiner Spoiler: Die schönsten Fotos sind mir an Position 3 gelungen.

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Hier habe ich eine Sicht auf die Burg die ich von Position 1 mit meiner neuen Nikon 1 J2 aufgenommen habe.

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Hier jetzt eine getunte Variante die via RAW-Converter und einer Prise Tonemapping entstanden ist. Sie ist 1920 Pixel breit – einfach anklicken…

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Hier nun das erste Infrarot-Foto das heute mit der Nikon D300 und dem Nikon AF-S VR 55-300mm entstanden ist.

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Ganz ehrlich, mir gefällt hier auch die farbige Version besser! Infrarot sieht ja meistens ganz abgefahren aus aber hier ist einfach die Position und damit der Blick auf Burg nicht optimal. Auch ist mir aufgefallen, dass sich bei Blende 16 oder 22 im Bildzentrum ein ausgeprägter „heller Fleck“ zeigt. Dies scheint ein ganz typisches Problem vieler Teleobjektive zu sein die in Verbindung mit der Infrarot-Fotografie auftreten. Ich habe ein wenig experimentiert und bei Blende 11 liefert dieses Objektiv eindeutig die besten Ergebnisse!

Interessant ist auch das „Autofokus-Problem“. Obwohl meine Nikon D300 im Rahmen der Infrarot-Umrüstung mit einem geheimen Trallala-Verfahren der Autofokus ebenfalls auf Infrarot umgerüstet wurde, liefert die Kamera im LiveView-Autofokus-Modus ganz eindeutig schärfere Ergebnisse. Ich habe die Kamera so konfiguriert, dass sie mir im LiveView-Modus bereits SW-Bilder anzeigt. Dazu habe ich den Schwarz-Weiss-Modus aktiviert, dann Kontrast und Schärfe auf Maximum eingestellt. So entsprechen die Vorschaubilder ein wenig dem was sich später aus den RAW-Bildern zaubern lässt. Aber eine schlechte Perspektive kann kein RAW-Konverter der Welt wegzaubern und so habe ich mir zu Fuß die nächste Perspektive gesucht (Punkt 2 auf der Karte). Dort angekommen kamen wieder einige BMW Isetta angeflitzt. Heute hatte der Fanclub zu einer großen Runde durch die Eifel geblasen und ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viele dieser eintürigen Autos auf einer Straße gesehen! Hier sieht man übrigens eine knallrote Feuerwehr-Isetta. Warum sie hier fast weiß abgebildet wird? Es ist eine Infrarot-Kamera!! Weitere Fotos dieser witzigen kleinen Autos aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders gibt es morgen im meinen nächsten Artikel.

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Jetzt der Blick hinauf zur Burg. Wirklich schön ist das auch nicht, denn der tolle Turm ist kaum zu sehen, also auch keine schöne Perspektive!

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Als ich im letzten Jahr meine Fuji X100 ausprobiert habe, war ich bereits kurz an der gleichen Stelle und habe dort damals einen kleinen Weg entdeckt. Der „Einstieg“ ist sehr unscheinbar, aber der Aussichtspunkt der sich vor dort erreichen lässt ist umso schöner!

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Der Himmel wird hier übrigen so schön abgebildet, weil ich an der Nikon 1J2 einen relativ dichten Grauverlaufsfilter verwendet habe.

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Hier sieht man jetzt meine Nikon D300 auf dem supercoolen neuen BILROA XedriLux Stativ. Dieses Ding begleitet mich aktuell einfach überall hin. Es ist extrem flexibel, leicht und hat ein geringes Packmaß, außerdem ist es noch ausreichend stabil, also wirklich toll für Leute die ständig unterwegs sind und immer ein Stativ (das diese Bezeichnung auch verdient hat) dabei haben wollen!

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Hier noch ein Blick hinab auf das Örtchen Kreuzberg, so wie die Nikon 1 J2 es samt Grauverlaufsfilter bei 11mm Brennweite „gesehen“hat. Die Nikon 1 J2 hat einen Verlängerungsfaktor von 2.7, das entspricht also etwa 29mm Brennweite. Dieses kleine 11-27,5mm Objektiv funktioniert übrigens wirklich gut und es ist nicht nur scharf, klein und leicht, sondern auch mit nur 149,- Euro sogar überaus preiswert:

Das folgende Bild habe ich auf 1920 Pixel Kantenlänge verkleinert. Klickt es mal an und schaut in aller Ruhe auf die Details. Wenn man bedenkt, dass es mit einer Hosentaschen-Kamera gemacht ist, gibt es nichts zu meckern, gell?

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Hier ist nun mein „Foto des Tages“, die Perspektive stimmt und man sieht die Burg wie sie sehr schön in die umgebende Landschaft eingebettet hoch oben über Kreuzberg thront. (Anklicken!)

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Hier nun ein zweites Bild mit etwas längerer Brennweite. Es hat auch 1920 Pixel Kantenlänge, klickt es einfach an und achtet auf die Details. Das Nikon AF-S VR 55-300mm hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Es gibt praktisch keine Vignettierung und alle Details sind bis in die Ecken scharf abgebildet.

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Weiter geht es zur vierten „Perspektive“. Der Wanderweg oben in den Bergen ist übrigens wirklich schön und ich bin echt froh ihn gefunden zu haben. Wenn irgendwann gutes Wetter und viel Zeit zusammen treffen, werde ich dort einen Teil der Eifel erkunden den man vom Auto oder Motorrad einfach niemals zu sehen bekommt!

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Im farbigen Bild sieht man sehr schön, dass die tolle Burg jetzt schon wirklich weit weg ist. Umso spannender ist das Ergebnis mit dem 300mm Tele-Zoom. Und auch hier hat mich dieses tolle Objektiv nicht enttäuscht…

Wer „lange“ Teleobjektiven in der Landschaftsfotografie einsetzt hat häufig mit einem bösen Feind zu kämpfen, dem DUNST! Besonders an schwül warmen Tagen bindet die Luft unendlich viele kleine Wasserpartikel die es „normalen“ Kameras fast unmöglich machen mit Teleobjektiven scharfe Fotos über große Distanzen aufzunehmen. Im schmalen infraroten Spektrum am unteren Rand des mit unseren Augen sichtbaren Lichts ist das etwas anders. Hier kann das langwellige Licht den Dunst recht gut durchdringen und so gelingen auch an dunstigen Tagen immer wieder überraschend klare und scharfe Fotos! Auch das nächste Bild hat 1920 Pixel – einfach anklicken…

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Vergleicht man jetzt die beiden letzten SW-Fotos so muss man sagen, dass Perspektive 3 irgendwie besser ist als Nr. 4. Hier sieht man die Burg jetzt komplett von der Seite, der Turm wirkt übermächtig und von der schönen Fassade ist kaum noch etwas zu sehen. An Position 5 war dieser Effekt noch ausgeprägter, daher habe ich die Fotos die ich dort gemacht habe gleich in den Papierkorb verschoben 🙂

Zurück am Auto, das bei Position 2 geparkt war, habe ich mir den Spaß erlaubt noch schnell zu einer der Brücken zu laufen. Unter einer der Brücken liegen kleine Felsbrocken im flachen Wasser der Ahr und es gibt niedliche „Stromschnellen“. Hier habe ich jetzt ein Foto das bei Blende 22 und ISO-100 entstanden ist. Den hellen Fleck im Bildzentrum habe ich erfolgreich mit Trick-17 in Photoshop beseitigt.

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Übrig geblieben ist eine sehr ruhige Komposition und wer das Foto in der 1920er Auflösung öffnet, kann sogar die Insekten auf dem Felsbrocken erkennen!

Fazit

Zum absoluten Kampfpreis von 219,- Euro ist das Nikon AF-S VR 55-300 eine echte Kaufempfehlung. Jeder der ein hochwertig verarbeitetes Teleobjektiv für eine Nikon DX-Kamera sucht wird damit gut beraten sein. Die deutlich teureren Kandidaten bieten einen besseren Staubschutz, ein Gehäuse aus Metall und es gibt eine Anzeige der eingestellten Entfernung. Doch diese Features braucht nicht jeder Hobbyfotograf, der einfach nur ein preiswertes Telezoom sucht das gute Bildergebnisse liefert. In der Vergangenheit habe ich schon oft mit dem Nikon AF-S VR 55-200mm fotografiert und meiner Meinung nach ist das Nikon AF-S VR 55-300mm eine ganze Klasse besser. Es verzeichnet weniger und liefert geringfügig schärfere Bildergebnisse mit leicht gesteigertem Bildkontrast. Für mich ein echter Gewinner den ich noch oft an meinen DX-Kameras verwenden werde!

Hier die Zusammenfassung der Artikel bei amazon.de

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