McCarran Airport

So sah der Dodge bei der Abreise in Bishop aus, heute ist es ein Koffer weniger aber das Bild ist doch ganz ähnlich 🙂

Kurz vor 11h habe ich endlich alles beisammen. Beladen wie ein Packesel geht es durch die inzwischen reparierte Türe hinaus auf den Parkplatz. Am Tahoe angekommen finde ich wieder die Autoschlüssel nicht, wo habe ich sie nur hin gesteckt? Der schwere Fotorucksack nervt, ich stelle ihn neben dem rechten Hinterrad ab. Während ich ihn abstelle denke ich noch „den bloß nicht vergessen und später mit dem Auto drüber hinweg fahren…“ Da ist der Schlüssel, endlich. Das Auto öffnet sich fast wie von selbst und ich wuchte den Koffer hinein. Aber ich habe ja noch so viel vergessen… Die Wanderschuhe sind im Auto, also erst einmal die Schuhe tauschen. Dann sind da meine Wanderstöcke, ich habe sie in diesem Jahr nicht ein einziges benutzt! Auf dem Rücksitz liegt immer noch das SB-900 – auch nicht ein einziges Mal benutzt – im nächsten Jahr sollte ich es daheim lassen…

Als endlich alles im Koffer ist zeigt die Uhr 10h57 – um 11h ist Check-Out Time! Also schnell rüber zur Rezeption und den Schlüssel abgeben. Dort klappt alles problemlos, aber es dauert eine Weile weil noch zwei Leute vor mir ihren Check-Out erledigen wollen. Etwa 10 Minuten später bin ich wieder beim Auto. Neben dem Auto steht eine ältere Lady mit zwei kleinen Hunden an der Leine. „I had an eye on your luggage! You should take care next time!!“ Ohje, bei all dem hin und her habe ich nun tatsächlich fast eine Viertelstunde lang meinen kompletten Fotorucksack ganz offen neben dem Tahoe stehen lassen. Aber die alte Dame hat ihn bewacht! „Oh yes, I’ll do!! Thank you so much…“ Es ist mir echt ein wenig peinlich und ich zweifle an mit selbst. Als dann alles im Auto ist meldet sich der Hunger. Ich gehe zu Fuß rüber zu Denny’s, das geht fast schneller als mit dem Auto.

Dort ist es richtig voll, es ist Wochenende! Ich darf allein an einem der letzten Tische platz nehmen. Ich bestelle sofort etwas zu trinken und zu essen, ich kenne die Karte ja inzwischen auswendig. Der Kaffee kommt sofort aber das Essen dauert heute richtig lange. Während ich Gedankenverloren aus dem Fenster starre denke ich dann doch über den Zeitplan nach. Ich muss noch essen, zurück zum Auto laufen, zum Rental-Car-Center fahren. das Auto abgeben, mit dem Bus zum Terminal, einchecken, die Sicherheitskontrolle passieren und dann zum Gate laufen. Als um 11h45 das Essen kommt bin ich ganz kribblig, der Flieger geht in drei Stunden! Ich schaufle mir schnell das Essen rein, gebe reichlich Trinkgeld und bin auch schon wieder weg.

Im Tahoe klicke ich ein letztes Mal das Telefon in die Autoscheiben-Halterung die eigentlich für eine iPhone gedacht ist. Aber mein HTC Desire HD passt da auch ganz perfekt hinein! Das Audiokabel benutze ich heute nicht, es ist schon im Koffer. Der Weg zur Rental-Car-Station ist dann völlig problemlos. Die Ansagen sind klar rechtzeitig und präzise und ich kenne den Weg – eine gute Kombination! Bei der Car-Rental-Station öffne ich alle Fenster und fahre dann an das Ende der ganz linken Schlange. Ein Mitarbeiter der Autovermietung steht schon bereit. Dann fällt mir auf was ich noch alles in diesem Auto habe! Ein Ladegerät, diverse Batterien, Waschmitteln, Getränke, Kekse, Cracker, davon könnte man glatt noch einen Tag leben, schlechtes Timing!

Während der Mitarbeiter das Auto von vorn bis hintern intensiv nach Schäden absucht, packe ich alles was ich noch finde in den Koffer. Als ich ihn aus dem Auto wuchte ist er so schwer, dass ich bezweifle, dass das „nur“ 23 Kilogramm sein sollen. Mal sehen ob ich einen Zuschlag zahlen muss! Nachdem am Auto keine offensichtlichen Schäden festgestellt wurde bekomme ich meine Quittung und kann gehen.

Vor dem Car-Rental-Center nehme ich diesmal den LINKEN Bus zum TERMINAL 2 – besser ist das – 2009 bin ich versehentlich in den Bus zum Terminal 1 eingestiegen. Dort starten nur die Inlandsflüge und ich musste mit zwei Koffern, Rucksack und Notebook quer über den halben Flughafen laufen. Das sollte man sich ersparen!

Der Bus ist schon da und wir sind nur zu dritt. Der Bussfahrer wartet eine Weile und dann fahren wir auch schon los. Es rüttelt wie die Hölle, diese Straße sollte man mal reparieren. Mit dem Telefon mache ich ein kleines Video und bis sehr gespannt ob einem später beim Anschauen übel wird oder nicht.

Die Fahrt zum Terminal dauert etwa 6 Minuten, als ich das Terminal betrete ist direkt vor mir der Schalter meiner Fluggesellschaft Condor. Der Check-In hat schon begonnen. Ich bin froh, dass es erst kurz vor 1h ist. Es ist noch viel Zeit. Bei der Sicherheitskontrolle gibt es inzwischen einige Ganzkörper-Scanner. Aber nicht überall! ich stelle mich an er Schlange an, die vor dem guten alten „Türrahmen“ ist. Nach den Schilderungen von Sandra bin ich da jetzt vorsichtig! Meinen Laptop packe ich ganz allein in eine einzelne Schale. Die Schuhe und alles andere in zwei weitere Schalen. Dann werde ich gefragt ob in diesem Rucksack Kameras sind. „Yes, two cameras!“ „Digital?“ „Yes!“ „Ok!“ Nun verstehe ich warum gefragt wurde! Ich hole die transparente Tüte mit meinen Filmdosen heraus und erkläre, dass meine F80 im Koffer ist und frage ob sie vielleicht diese paar Filme manuell kontrollieren können. „What’s the speed?“ „ISO 100!“ „Ok, come on, these machines  are approved until 800!!“… Mit mulmigem Gefühl lasse ich meine Filme durchleuchten, mal sehen ob es ihnen schadet oder nicht…

Als ich am Gate 2 angekommen bin ist es kurz nach 1h. Ich habe noch gut 90 Minuten bis zum Boarding und das offene WLAN am Airport für diesen kleinen Artikel nutzen – auch ganz nett 🙂

Ok, da war die Durchsage, das Kinder unter 5 Jahren und die First-Class-Passagiere zuerst einsteigen dürfen. Danach wird der Flieger von hinten nach vorn gefüllt. Ich steige also fast ganz zuletzt ein, weil ich in der ersten Reihe der gehobenen Holzklasse sitze…

Update am Montag um 12:15 (am):
Der Flug war lang, anstrengend und ein wenig holprig aber ich bin nun schon fast zu Hause. Noch bis Freitag Geld verdienen und dann wird endgültig der Koffer angepackt. Aber nicht für lange Zeit, am nächsten Montag bin ich dann schon wieder unterwegs und ein Jahr älter werde ich dann auch schon wieder sein. Auch das ist Gleichberechtigung für alle Menschen 🙂

Ok, jetzt duschen, umziehen und dann mal schauen ob sie mich im Büro noch wiedererkennen…

0 Kommentare zu “McCarran Airport

  1. Hallo Ansgar,

    habe mit Freude Deinen USA-Aufenthalt via Blog mitverfolgt und freue mich, dass Du eine so schöne Reise hattest und schlußendlich wieder gesund zu Hause angekommen bist.
    Hab auch damals Deine allerserst Reise mitverfolgt (die Du z.T. alleine und mit Wolfgang gemacht hattest). Die anderen dazwischen hab ich leider versäumt. Mal sehen, vielleicht kann ich es mal nachholen. Aber du weißt ja selbst, man hat nicht immer so die Zeit, wie man gerne hätte.

    lg Gabi

  2. JustPhotos by Wolfgang

    Welcome back home!

    Ich werde dich im Auge behalten, positiv gemeint natürlich.

    LG wolfg@ng

  3. Udo Krüger

    Hallo Ansgar,
    willkommen in der Rheinischen Heimat.
    Du hast einen perfekten Blog kommentiert.
    Gruß Udo

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