Weihnachten 2010

Es ist der erste Weihnachtstag, daheim in Deutschland geht wegen der SchneefĂ€lle fast gar nichts mehr. Die Fernsehbilder sind jedenfalls ernĂŒchternd. Hier auf der “Insel der GlĂŒckseeligen” ist es wie jeden morgen einfach wunderschön. Wir schlafen aus und als wir um kurz vor 9h unser kleines Haus verlassen scheint die Sonne, die Vögel singen und ĂŒber uns ist nichts als blauer Himmel – großartig!

Sandra ist auch wieder halbwegs gesund, wir lassen uns das FrĂŒhstĂŒck schmecken. Am Heiligabend zuvor gab es ein MenĂŒ mit fĂŒnf GĂ€ngen! Der Höhepunkt war Filet vom Wildschwein – alles wirklich großartig! Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass wir trotzdem schon wieder Hunger haben. WĂ€hrend wir die paar Meter zum FrĂŒhstĂŒck laufen ĂŒberlege ich, ob ein Kausalzusammenhang bestehen könnte? Hat man morgens mehr Hunger wenn man Abends zuvor mehr als ĂŒblich gegessen hat? Hat unser Magen einen “Memory-Effekt”? Manchmal kommt es mir jedenfalls so vor 😉

Ok, nach der morgendlichen Völlerei mit Sekt & Co. liegen wir ne Weile faul am Pool herum. Ich höre Musik mit meinem neuen HTC-Telefon. Vor ein paar Tagen habe ich das Ding noch schnell mit einer 16GB Micro-SD Karte aufgerĂŒstet. Nun ist echt viel Musik drauf und ich benutze meinen iPod derzeit eigentlich gar nicht mehr. Der integrierte HTC-Audio-Player hat eine Sound-Einstellung mit dem Namen “SRS”. Aktiviert man das geht mit guten Kopfhörern eigentlich gar nichts mehr, es bumst und dröhnt dann nur noch. Aber mit den kleinen Ohrhörer von meinem iPod klingt das dann eigentlich ganz gut. Die kleinen Dinger hören sich dann fast wie “erwachsene” Lautsprecher an – mir gefĂ€llt das! Also liegen wir faul am Pool. Ich poste meinen Status bei Facebook, Sandra liest einen echt blutrĂŒnstigen Krimi ĂŒber einen Serienmörder. Abends bekomme ich die Details erzĂ€hlt. Das erinnert alles ein wenig an SAW 1-17 – oder gibt es schon 18 Teile? Egal, es erinnert mich daran. WĂ€hrend der ausfĂŒhrlichen Schilderung der Ereignisse kommt mir in den Sinn, dass Fabian mir neulich erklĂ€rt hat, dass es sich bei diesen Folter-Filmen und Geschichten um ein völlig neues Unterhaltungsgenre handelt: “Tourture-Porn” nennt man das jetzt! Sehr bildlich, sehr krass, sehr SAW


Jedenfalls höre ich mit dem neuen Telefon die Musik die ich schon vor 30 Jahren gehört habe. Irgendwann komme ich bei LOGOS von Tangerine Dream an. Da hat mich bei meiner Schallplatte schon immer dieses Knacksen gestört. Heute im Jahr 2010 höre ich es via SRS auf einem Hightech GerĂ€t als MP3 Datei und es knackst immer noch – es ist ein “RIP” von einer Schallplatte – das ist wahre Evolution! 30 Jahre spĂ€ter ist alles anders und doch immer noch gleich – alles bleibt anders könnte man sagen!

Es ist Weihnachten, die Sonne scheint bei 25°C und wir sind einfach nur faul – was fĂŒr ein Urlaub!

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Knipsbild mit dem HTC Desire HD

So um 13h gibt es echte Belgische Pommes Frites von einer authentischen Belgischen Köchin – dementsprechend schmecken sie auch – einfach großartig. Danach fĂŒhle ich mich wie einer der bekannten Belgier aus Gallien, wo Obelix – nur ohne SuperkrĂ€fte 🙂

Um 14h machen wir uns langsam an die Tagesplanung. Es geht mir dem Auto zum westlichen Zipfel der Insel. Punta de Teno heißt das hier. Ich hoffe auf einen tollen Sonnenuntergang ĂŒber La Gomera, die schweren Wolken haben sich ja ĂŒber Nacht verzogen. Kurz vor Schluss mĂŒssen wir eine Straße passieren die bei Wind und Regen sehr gefĂ€hrlich ist. Heute ist es aber sonnige und ruhig, es ist zwei Tage nach dem Sturm und ich hoffe drauf, dass die dicksten zuletzt abgestĂŒrzten Felsbrocken inzwischen weggerĂ€umt sein werden. Das klappt auch alles ganz gut, nur Sandra hat echt Angst, dass da noch einer dieser 100 Kg schweren Brocken durch das Dach unseres Autos sausen und den Hebel der Handbremse verbiegen könnte. Aber es geht alles gut 🙂

Wir halten ein paar hundert Meter vor dem kleinen Leuchtturm, parken unser Auto, packen alles zusammen und wandern ein wenig den Berg hinauf. Es sind nur 70 Höhenmeter und das geht alles ganz einfach. Auf dem Weg liegen allerdings viele lose runde Brocken und in der Dunkelheit wĂ€re es wenig witzig hier zu stĂŒrzen! Aber wir haben eine kleine Taschenlampe dabei und im Zweifel muss man den RĂŒckweg antreten bevor es wirklich finster ist.

Hier die Auswertung dieser winzig kleinen Wanderung 😉

PuntaDeTeno

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An einem Punkt mit Blick ĂŒber den Hang, den Leuchtturm und guter Sicht auf La Gomera machen wir dann Rast. Es sind noch zwei Stunden bis Sonnenuntergang. Sandra liest ihre blutige Geschichte und ich packe ganz in Ruhe meine Fotosachen aus. Es gibt ein paar kleine Videos mit dem neuen Telefon und ansonsten warten wir auf den Sonnenuntergang. Sandra wird es schließlich zu kalt, sie geht schon einmal zurĂŒck zum Auto. Das liest sie dann weiter. Als es dunkel wird wird ihr so allein da untern ganz mulmig. Sie verriegelt das Auto von innen, schaltet die Innenbeleuchtung ein und liest fleißig weiter.

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Noch ein Knipsbild mit HTC Desire HD – Unser Auto parkt unten an der linken Spitze der Plantage. Der rote Farbkleks ist Sandra.

WĂ€hrend dessen steht ich hinter zwei klickenden Kameras. Die D2x macht alle 10s ein Bild mit einem 20mm Weitwinkel und einem krĂ€ftigen Grauverlaufsfilter. Mit der D300 mache ich mit verschiedenen Objektiven eine Belichtungsreihe nach der Anderen. Schließlich kommen fast 16GB Bildmaterial zusammen, leider sind fast alle Bilder gleich. Und auch der Sonnenuntergang ist nicht wie erhofft. Es gibt keinen dramatisch roten Wolkenhimmel. Statt dessen versinkt die Sonne innerhalb von etwa 30 Sekunden einfach hinter den Wolken ĂŒber La Gomera. Man kann nicht immer GlĂŒck haben.

WĂ€hrend ich meine Sachen zusammenpacke wird es dann dunkel. Der Himmel fĂ€rbt sich violett, eigentlich ist es jetzt die beste Zeit fĂŒr ein paar schöne Fotos. Aber Sandra wartet und ich habe dummerweise meine hohen Wanderschuhe nicht angezogen. Also geht es im letzten Tageslicht ein wenig wie auf rohen Eiern den Abhang hinunter zum Auto.

Sandra ist froh als ich endlich wieder zurĂŒck bin. Wir wenden unseren Opel und fahren zum Monasterio in Los Realejos. Es ist ein altes Kloster, das ein deutscher Wirt um- und zu einem Restaurant ausgebaut hat. Ich glaube er betreibt auch das CafĂ© de Paris und die Deutsche BĂ€ckerei in Puerto de la Cruz. Jedenfalls ist es immer wieder witzig dort. Die Kellner sind ausgesprochen nett und freundlich. Als ich ein “Cerveza Grande” bestellt fragt mich der kanarische Kellner ob es zwei oder nur einen Liter groß sein soll 🙂 Sandra isst das legendĂ€re Kaninchen. Es ist super und wir rĂ€tseln, ob es von der Insel oder aus einer Kaninchenzucht aus Polen stammt
 Ich essen einen typische Kanarischen Eintopf aus Kichererbsen, der ist hier immer wieder wirklich gut. Danach gibt es eine Chorizo mit Zwiebeln, lecker. Das ist eine gut gewĂŒrzte Bratwurst mit Paprika etc. – wirklich gut!

SpĂ€ter auf der Finca sind wir dann todmĂŒde und fallen einfach nur noch ins Bett. So entspannt kann Weihnachten sein!

Hier noch ein paar Exemplare meiner relativ mageren “Ausbeute”:

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5s vor Sonnenuntergang

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Ein paar Minuten nach Sonnenuntergang

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Und noch mal kurz vor “Abmarsch” als es begann noch einmal ganz kurz richtig schön zu werden.

Mein Fazit: Man kann nicht immer gewinnen und morgen kann man es ja erneut versuchen :-]

1 Kommentar zu „Weihnachten 2010“

  1. Pingback: Teneriffa – Links zu allen Artikeln | Ansgar's BLOG

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