Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300

Eigentlich hatten wir fĂŒr meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen SĂŒden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlĂ€gt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…

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Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kĂ€lteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas ĂŒber Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen blĂ€st ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen fĂŒr eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schlĂ€ft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wĂ€re eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.

Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofĂŒr es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfĂ€ltig abgelegt zu haben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wĂ€re eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive fĂŒr bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere GebĂŒhren hinzu oder die Hotels haben zusĂ€tzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nĂ€chsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schĂ€ndliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet fĂŒr zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkĂŒndet und gebucht – kaum zwei Wochen spĂ€ter geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest fĂŒr 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als die Reise vor der TĂŒre steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natĂŒrlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. WĂ€hrend sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschĂ€digt und die Buchse fĂŒr den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natĂŒrlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhĂ€rten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?

Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde spĂ€ter funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzĂŒglich. Es sind drei kleine Schrauben ĂŒbrig, aber gefĂŒhlte 100 Schrauben habe ich wieder zurĂŒck geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rĂŒckt langsam weiter, wĂ€hrend ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde spĂ€ter sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine FotoausrĂŒstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was MĂ€nner alles mitschleppen…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pĂŒnktlich um 4h30 abheben kommt langsam die MĂŒdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hĂ€nge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dĂŒrfen versuchen zu ĂŒberspielen, dass sie sich darĂŒber amĂŒsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.

Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – RĂŒckenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit RĂŒckenwind, die wĂ€ren schneller und wĂŒrden weniger Benzin verbrauchen…

Am Flughafen Teneriffa SĂŒd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. WĂ€hrend sich Sandra um die Koffer kĂŒmmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zĂŒgig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wĂ€re dieses Auto lĂ€ngst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben fĂŒr 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukĂ€mpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im BĂŒro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum FrĂŒhstĂŒck und das ist eine Wucht. WĂ€hrend wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemĂŒtlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach SĂŒden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wĂ€rmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im FrĂŒhjahr hier einfach etwas wĂ€rmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen FrĂŒhlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen HeizlĂŒfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Derlei GerĂ€t ist im April auf der SĂŒdseite des Hotels nicht mehr von Nöten. WĂ€hrend ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im MenĂŒ einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!

Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man tĂ€glich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang ĂŒber die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt fĂŒr weniger Verdruss.

So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des HĂŒgels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. NatĂŒrlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 GĂ€ste. Am letzten Sonntag waren es 150 GĂ€ste – QualitĂ€t zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dĂŒrfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. SpĂ€ter im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – RauschunterdrĂŒckung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
WĂ€hrend ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und ĂŒberlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fĂŒhle mich als hĂ€tte mich ein Pferd getreten. Etwas spĂ€ter wandern wir durch die weitlĂ€ufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die QualitĂ€t der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und KĂŒrbis-GemĂŒse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!

Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung wĂŒrde man es „I am loving it“ nennen 🙂

Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht ĂŒbrigens wilder aus als es ist. Schließt man die TĂŒren ist es ziemlich ruhig hier oben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-D 2.8/10,5mm

Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit „neu fett und teuer“ gegen „alt abgewetzt und cool“ weiter. Was fĂŒr ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…

0 Kommentare zu „Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300“

  1. Wie immer lesen sich Deine Reiseberichte sehr spannend und abwechslungsreich.
    Wir wĂŒnschen Euch ein paar tolle Tage. Ich bin gespannt was Du noch so alles anstellst wĂ€hrend den Ferien. Let’s start the Battle. 🙂
    Liebe GrĂŒsse
    Heinz und Karin

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