Nikon D3200 – Gute Bildqualität für kleines Geld

Erst vor einigen Tagen vorgestellt, lässt die neue „kleine“ Nikon D3200 bereits jetzt die Herzen der weniger gut betuchten Nikon-Fans schneller schlagen. Doch was leistet eine Kamera die 24 Megapixel auflöst und für unter 700 Euro zu haben sein wird? Auch hier steigt und fällt die Bildqualität mit dem Objektiv. Schaut man sich die ersten Beispielbilder an die Nikon zur D3200 veröffentlicht hat, so sind die Bilder die mit dem preiswerten 18-55mm Kit-Objektiv entstanden wirklich gut, aber nicht „sehr gut“. Doch es ist ein „Klagen auf hohem Niveau“. Für Vergrößerungen bis DIN A2 wird auch hier die Qualität vollkommen ausreichend sein.

Besser sieht es da schon bei Verwendung des neuen AF-S 2.8/40mm Macro-Objektives aus. Dieses Objektiv verfügt über die optischen Reserven die der neue Chip einfordert. Dieser Chip hat nebenbei bemerkt eine deutlich höhere Packungsdichte als der Chip der D800. Bei gleicher Größe käme man gar auf satte 48 Megapixel! Die einzelnen Pixel sind aber extrem winzig, was zu Lasten der Dynamik gehen muss, hier kann man die Physik nicht austricksen! Extrem kontrastreiche Motive werden sich mit der inzwischen schon fast „veralteten“ Nikon D3x deutlich besser ablichten lassen. Wer gar ein Mittelformat-Rückteil mit nochmals doppelter Chipfläche verwendet, der kann beim Dynamikumfang einen Faktor von 12 Blendenstufen und mehr erreichen. Selbst die nagelneue D800 liegt mit Werten irgendwo zwischen 7 und 8 Blendenstufen mehr als deutlich darunter. Welcher Dynamikumfang mit dem neuen Chip der D3200 in der Praxis wirklich erreichbar ist wird sich noch zeigen. Wer allerdings schon einmal mit der Nikon P7000 oder P7100 bei harten Kontrasten fotografiert hat kennt bereits jetzt das Ergebnis. Die Packungsdickte der Pixel der P7000 bzw. P7100 ist durchaus mit dem neuen Chip der D3200 vergleichbar. Die P7100 liefert tolle Bilder, aber nun bei unkritischen Lichtverhältnissen. Wird es heftig, so muss man sich mit einem HDR behelfen. Die Pixel der „guten alten“ Nikon D700 sind fast 400% größer als die der P7000/P7100 und das macht sich besonders im RAW-Format deutlich bemerkbar.

Schärfe und Auflösung sind eben nicht alles! Wer bei schwierigen Lichtverhältnissen fotografieren muss und gar ISO-Einstellungen jenseits von ISO-800 benötigt, der wird mit der neuen D3200 nicht so wirklich glücklich werden. Hier ist die ähnlich teure D5100 gegebenenfalls die bessere Wahl.

Hier findet ihr einige Beispielbilder die Nikon zur D3200 bereitgestellt hat. Eines dieser Bilder habe ich mit hier mal herausgegriffen – Anklicken für Originalgröße!

Nikon D3200 Sample AF-S 2.8/40mm Micro Nikkor

Schaut man sich einen wichtigen Teil dieses Bildes in der 100% Ansicht an, so erkennt man schnell was mit dieser Kamera in Verbindung mit einem geeigneten Objektiv möglich sein wird. Das Bild zeigt feinste Strukturen ohne, dass dabei Artefakte durch übermäßiges Nachschärfen sichtbar werden. So soll es sein, damit hat man ein solide Basis für die weitere Ausarbeitung und hochwertige große Prints – selbst wenn man einmal gegen „Regel Nummer 1“ verstoßen sollte -> Verwenden Sie den RAW-Modus!

Mit der D3200 bringt Nikon eine spannende neue Kamera auf den Markt die bei geeigneten Lichtverhältnissen den Ruf nach großen Prints wird laut werden lassen. Ich denke es wäre ein gutes Geschäftsmodell wenn Nikon, parallel zur D800 und den anderen Pixelgiganten die noch kommen werden, mit der Produktion hochwertiger Grossformatdrucker beginnen würde. Zwar ist dieses Marktsegment von EPSON mit dem 7880/9880 oder gar 11880 gut besetzt, aber treue Nikon Fans würden vielleicht einen Nikon LFP-Systtem (LFP Large-Format-Printing) wählen, sofern eine zugehörige gut gemachte Nikon-Software beispielsweise den direkten Druck der Nikon-RAW-Bilder ermöglichen würden. Wer weiß, vielleicht denkt man bei Nikon ja schon darüber nach.

Und falls man es bei Nikon nicht tut, so kann man seine Fotos ja immer noch auf einer Maschine wie dieser hier ausgeben lassen:

Wer runde 10.000 Euro passend hat, der kann sich dieses Gerät auch ins Wohnzimmer stellen und damit seine Nachbarn erschrecken 🙂

0 Kommentare zu “Nikon D3200 – Gute Bildqualität für kleines Geld

  1. O.

    Was ich bemerkenswert finde ist, daß es bei der D3x gebetsmühlenartig hieß, nur die besten der besten Festbrennweiten könnten überhaupt 24 Megapixel auf FX auflösen, und jetzt sollen auf einmal Kit-Scherben die gleiche Auflösung auf DX bringen? Und überhaupt, braucht ein Einsteiger überhaupt so viele Pixel? Wenn ich mir so die klassischen Einsteiger in meinem Bekanntenkreis ansehe, möchte von denen keiner metergroße Abzüge seiner Bilder haben und die meisten haben nicht einmal einen Rechner, der für eine ordentliche Bearbeitung von 24 Megapixel ausgelegt ist. So ein kleines Netbook kommt wirklich schnell an seine Grenzen.

    Auch wenn ich die Kamera nicht brauche, bin jedenfalls gespannt was der DxOMark zu der D3200 sagt.

  2. Nicoals

    Kaufst du dir eine d3200, Ansgar ? ich finden die 24 MP ein bisschen viel für meinen Geschmack und bin auch kein Pixelpeeper. Heut war ich draußen mit meiner D7000 nem alten AF Soligor 100mm Marcro und vornedrauf ne Nahlinse. Hört sich jetzt nich nach dem besten Trio an, aber die Ergebnisse sind ganz ok und allemal besser als mit nem Retroadapter.

    • Hihi, dieses Soligor-Macro hatte ich auch mal – es war schweinemäßig billig, aber es hat immer grässlich gerappelt wenn der Autofokus hin und her fahren musste. Letztlich habe ich es geben ein Sigma EX-DG 2.8/105mm eingetauscht. Das war wirklich super, nur scheint es beim letzten Umzug irgendwie verloren gegangen zu sein – zu ärgerlich….

      Die D3200 brauche ich nicht und werde sich auch nicht kaufen. Wenn Nikon sie mir für ein paar Tage ausleiht werde ich ein Video dazu machen. Wenn nicht, dann nicht. Statt dessen warte ich auf die D800E – man ist das nervtötend….

      Aber früher war die Warterei noch viele krasser. Da kamen Nikon Kameras oft erst viele Monate nach der Photokina in den Handel. So gesehen stehen wir heute ganz gut da. Und nach all den Katastrophen habe ich auch Verständnis wenn bei Nikon noch nicht alles wieder rund läuft. Sie haben ganze Fabriken verlegt und die haben dann wochenlang unter Wasser gestanden. Das war alles wirklich schlimm. So mancher Deutscher Hersteller wäre daran zerbrochen!

      • Tom

        Hallo Ansgar. warum denn die E-Version der d800? Keine Angst vor Moire oder ist die Sorge übertrieben?

        • Hi Tom, ich habe eine D700 und eine D7000, dann noch eine D2x und eine D300, warum sollte ich Angst vor Moiré haben 🙂 Meine Motive sind meist irgendwo in der Natur, Models in grobmaschiger Kleidung zählen nicht dazu, daher habe ich auch keine Angst vor bösem Moiré. Außerdem kann die neueste Version von Nikon Capture NX böse Moiré Pattern entfernen, wie gut das funktioniert wird man sehen. Und ich habe mit meinem Fotohändler (City Foto Center Bonn) einen Deal: Falls es doch Moiré-Probleme geben sollte, kann ich die D800E gegen eine ’normale‘ D800 eintauschen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>