BikerglĂŒck wĂ€hrend der ersten Ausfahrt mit dem neuen SHOEI GT-Air.
Mein erster Helm war vor etwa 33 Jahren eine „MĂŒtze“ des Herstellers LEM den es meines Wissens inzwischen nicht mehr gibt. Dieser Helm war aus Fiberglas und wog fast 2000 Gramm. Bei der Motorrad-FĂŒhrerscheinprĂŒfung gab es damals einige negative Kommentare meines PrĂŒfers. Er sagte damals der Helm sei viel zu schwer und wĂŒrde die trĂ€ge Masse des Kopfes so stark erhöhen, dass man sich damit im Falle eines Auffahrunfalles schnell die HalswirbelsĂ€ule brechen könnte. Wo dieser Helm geblieben ist, das weiĂ ich heute leider nicht mehr, aber die Aussage des TĂV-TrĂŒfers hat sich damals sehr eingeprĂ€gt. Bei jedem Kauf eines neuen Helms habe ich seitdem auf das Gewicht geachtet. Und tatsĂ€chlich sind die Helme im Laufe der Zeit deutlich leichter geworden. Besonders der HJC R-PHA 10, den ich im letzten Jahr gekauft habe, ist mit knapp 1200 Gramm extrem leicht. Aber dieser Helm ist auch extrem laut, zumindest auf meiner alten BMW mit der ich aktuell viel sĂŒdlich von Mainz unterwegs bin.
Daheim in Bonn habe ich einen Schuberth S1 Pro sowie einen SHOEI XR-1100 zur Auswahl. Der Schuberth ist nach 6 Jahren ziemlich in die Jahre gekommen. Hier und da löst sich die Dichtung am Visier, es zieht damit manchmal etwas auf die Augen. Am Visier selbst ist mir jetzt schon zweimal wĂ€hrend einer Tour eine kleine „Plastiknase“ abgebrochen. Das hat dazu gefĂŒhrt, dass sich das Visier beim Ăffnen einseitig aus der Verriegelung gelöst hat. Also anhalten, Helm abnehmen, Visier wieder „rein fummeln“ und danach möglichst nicht mehr komplett öffnen, sonst springt es wieder heraus.
Wegen der SchwĂ€chen des Schuberth S1 Pro habe ich mir im vorletzten Jahr einen SHOEI XR-1100 gekauft. Dieser hat kein integriertes Sonnenvisier, aber es gibt ein einzigartiges Visier mit einem getönten Verlauf und das ist ziemlich genial. Auch ist die Aerodynamik des XR-1100 wirklich top. WĂ€hrend der Schuberth S1 Pro bei etwa 150 Km/h schnell beginnt zu pendeln, liegt der SHOEI XR-1100 ganz ruhig im Wind. Doch auch die GerĂ€uschkulisse im XR-1100 ist sehr laut. Besonders wenn man im Hochsommer noch die vier BelĂŒftungen öffnet beginnt dieser Helm zu pfeifen, dass man es kaum ertragen kann.
Aktuell habe ich also fĂŒr Fahrten rund um Bonn auf meiner BMW K1200R Sport einen Schuberth S1 Pro und einen SHOEI XR-1100 zur VerfĂŒgung. FĂŒr die Ausritte nach Feierabend rund um Mainz auf der alten BMW K1200RS bislang einen HJC R-PHA 10.
Wirklich rundum glĂŒcklich war ich bislang mit keinem dieser Helme. Entweder sind sie laut, oder sie pendeln, oder das Innenfutter ist etwas kratzig. Perfekt war bislang kein Helm. In meinem „Archiv“ habe ich ĂŒbrigens noch einen 10 Jahre alten ARAI und einen 15 Jahre alten UVEX. Zur Probe bin ich auch schon wirklich viele andere Helme gefahren, zuletzt den Schuberth C3 und den SHOEI Quest. Wirklich begeistern konnten mich beide Helme allerdings nicht.
Man könnte also sagen, dass ich mich mit dem Thema „Welcher Helm ist perfekt“ schon eine Weile auseinander gesetzt habe.
In der Fachpresse wurde im letzten Jahr der SHOEI Neotec ganz groĂ angekĂŒndigt. Es sollte der erste SHOEI mit einer integrierten Sonnenblende werden. Bei SHOEI hatte man bislang auf dieses praktische Detail verzichtet, weil es den Helm schwerer macht und die Sicherheit im besonders gefĂ€hrdeten Stirnbereich verschlechtert. Bei Helmen des Herstellers ARAI geht Sicherheit ĂŒber alles. Die Mehrzahl der Teilnehmer der Tourist Trophy und viele professionelle Rennfahrer schwören daher auf ihren ARAI. Diese Helme sind weder mit RatschenverschlĂŒssen am Kinnriemen noch mit einem integrierten Sonnenvisier ausgestattet. Bei ARAI weiĂ man warum!
Wer sich fĂŒr einen Helm mit einem Sonnenvisier entscheidet, muss also ein erhöhtes Gewicht und EinbuĂen bei der Sicherheit in Kauf nehmen. Diese Helme sind also eher etwas fĂŒr Tourenfahrer mit geringerem Risiko schwer zu stĂŒrzen. Auch ist bei den echten Rennhelmen des Herstellers ARAI die Visieröffnung relativ klein und damit das Gesichtsfeld eingeschrĂ€nkt. Der Grund ist klar, das Visier ist eine groĂe Schwachstelle bei einem Helm. Je kleiner die Ăffnung fĂŒr das Visier, umso geringer ist das Risiko, dass sich ein spitzer harter Gegenstand im Falle eines UnglĂŒcks durch das Visier in den Kopf bohren könnte.
Wer also einen Helm mit einem groĂen Gesichtsfeld fĂ€hrt hat zwar ein tolles GefĂŒhl und eine wirklich supergute Sicht zu allen Seiten, muss sich aber auch darĂŒber im Klaren sein, dass ein groĂer Teil seines Gesichts im Falle eines Sturzes weniger gut geschĂŒtzt ist als beispielsweise der Hinterkopf.
Der neue SHOEI Neotec ist nun lieferbar und ich konnte ihn in der letzten Woche kurz antesten. Nach der Testfahrt fiel mit dann auch der ebenfalls brandneue  SHOEI GT-Air in die HĂ€nde. Viele Designelemente wurden hier vom Neotec ĂŒbernommen. Beide Helme haben erstmals ein integriertes Sonnenvisier, wobei der GT-Air etwas leichter ist als sein Klapphelm-Pendant. Also habe ich den GT-Air ebenfalls ausprobiert und war von diesem Helm wirklich so sehr angetan, dass ich ihn gekauft habe.
Zum Preis von 579,- Euro bekommt man einen hoch entwickelten Helm mit sehr guter Aerodynamik und ĂŒberraschend niedrigem GerĂ€uschniveau. Dieser SHOEI ist fĂŒr mein Empfinden sogar etwas leiser als der Schuberth S1 Pro und der gilt gemeinhin als leise. Ein Pin-Lock Visier ist ab Werk montiert, man muss nur die Schutzfolie entfernen. Bereits beim Probetragen im Laden fĂ€llt auf, dass man die obere Kante dieses Pin-Lock Visiers nicht sieht – Super!! Bei sehr vielen Helmen schaut man besonders wenn die Sonne am spĂ€ten Abend tief steht und man den Kopf nach unten nehmen muss um nicht geblendet zu werden, immer gegen die obere Kante des Pin-Lock Visiers. Das nervt zumindest mich total und ich finde es mehr als erfreulich, dass SHOEI dieses Problem mit dem GT-Air so perfekt gelöst hat.
Die BelĂŒfung in meinem Schuberth S1 Pro funktioniert sehr effizient, aber die drei Ăffnungen leiten kalten Fahrtwind direkt von oben auf den Kopf. Das kann besonders wenn man leicht verschwitzt ist, schnell zu Kopfschmerzen fĂŒhren und ist bei kĂŒhlen Ausfahrten manchmal eher unangenehm.
Der GT-Air leitet den Fahrtwind ĂŒber einen recht breiten Spoiler von oben in das Innere des Helms. Die frische Luft wird im Helm stark verwirbelt und man merkt kaum ob die BelĂŒftung geöffnet ist oder nicht. Auf der RĂŒckseite gibt es einen kleinen Spoiler der fĂŒr Unterdruck unter der Abrisskante sorgt und damit den Helm wieder entlĂŒftet.
Bei ARAI hat man auf solche Dinge frĂŒher gĂ€nzlich verzichtet, jedes Loch in der Helmschale ist schlieĂlich eine Schwachstelle. Dementsprechend hat mein ganz alter ARAI Helm auch keinerlei LĂŒftungsöffnungen, was mich im Hochsommer frĂŒher wirklich oft an den Rand meiner Belastungsgrenze gebracht hat. Das ist mit dem neuen SHOEI GT-Air nun anders. Sicherheit hin und her, ein klarer kĂŒhler Kopf ist auch ein Sicherheitsfaktor!
Der GT-Air wiegt ohne Zubehör 1465 Gramm, ein fĂŒr mich akzeptables Gewicht. Damit ist er lĂ€ngt nicht so federleicht wie der HJC R-PHA 10, aber er liegt auf dem Niveau des Schuberth S1 Pro und damit im guten Mittelfeld.
Neu sind kleine rote Schlaufen an der Vorderseite der Wangenpolster. Im Falle eines Unfalls kann ein Helfer hier sehr einfach die Wangenpolster aus dem Helm ziehen und den Helm dann abnehmen OHNE die WirbelsÀule des Unfallopfers zusÀtzlich zu belasten. Das gefÀllt mir wirklich gut, hier hat jemand nachgedacht!
Die integrierte Sonnenblende wird ĂŒber einen kleinen Schieber an der linken Helmseite bedient. Das klappt mit etwas Ăbung auch mit Handschuhen sehr gut. Das Visier klappt sehr weit herunter und ich habe das GefĂŒhl, dass es sogar meine Nasenspitze verdeckt. Im Schuberth S1 Pro schaut selbige immer hervor und ich hatte in den letzten Jahren im Sommer immer wieder einen Sonnenbrand auf der Nasenspitze. Schauen wir mal wie es mit dem GT Air wird.
Im Kinnbereich gibt es einen groĂen Lufteinlass den man mit einem Schieber verriegeln kann. Das funktioniert recht gut und kann auch mit Handschuhen leicht bedient werden. Ist der Schieber geöffnet so strömt spĂŒrbar viel Fahrtwind nach oben am Visier entlang. Ist die Sonnenblende geöffnet, so zieht es ab ca. 50 km/h auf den Augen. Diesen Effekt kenne ich auch vom Schuberth S1 Pro, nur ist er dort stĂ€rker ausgeprĂ€gt. SchlieĂt man das Sonnenvisier, so ist sowohl der S1 Pro als auch der GT-Air recht angenehm belĂŒftet und das Visier beschlĂ€gt nicht.
Im Internet war zum GT-Air zu lesen, dass der Helm pfeifen wĂŒrde. Diesen Effekt kann man feststellen wenn das Visier bei höheren Geschwindigkeiten nicht korrekt geschlossen ist. Um es komplett zu schlieĂen muss man ein kleine Nase die vorne links am Visier angebracht ist mit etwas Kraft in die Verriegelung drĂŒcken. Das Visier rastet dann mit einem deutlichen GerĂ€usch ein und sitzt wirklich ganz perfekt. Bei langsamer Fahrt kann man es wieder öffnen und so die BelĂŒftung des Helms verbessern. Leider kann man diese Nase nur mit der linken Hand bedienen. Steht man also an einer roten Ampel und hĂ€lt die Kupplung gezogen ist es kaum möglich das Visier schnell zu öffnen. Das hat mich schon beim XR-1100 gestört. Der Schuberth S1 Pro kann auch sehr leicht mit der rechten Hand geöffnet werden.
Hier sehen wir jetzt den GT-Air mit geschlossenem Visier von Vorne.
Den mitgelieferten Atemabweiser muss man ordentlich fest andrĂŒcken, dann hĂ€lt er sehr gut. Bei einigen Kundenbewertungen die ich im Vorfeld gelesen habe, wurde bemĂ€ngelt, dass der Windabweiser immer wieder herausfĂ€llt. Ich denke, diese Kunden haben ihn einfach nicht richtig montiert.
Das wirklich groĂe Gesichtsfeld ist sehr auffĂ€llig. Wie gesagt ist das im Falle eines Sturzes ein Manko, aber die passive Sicherheit wird durch die groĂe Ăffnung sehr gut unterstĂŒtzt weil man seine Umgebung einfach viel besser im Blick hat.
Der GT-Air ist in vielen verschiedenen Designs lieferbar. Als ich im Laden war, gab es ihn in GröĂe L leider nur im Design das ihr hier sehen könnt. Es ist zwar nicht aufregend aber der Helm sieht damit auch nicht schlecht aus, irgendwie besser als in einfachem mattschwarz ist das schon. Und die weiĂen Applikationen leuchten in der Dunkelheit sehr schön, was wieder ein zusĂ€tzlicher Sicherheitsfaktor ist.
Hier sieht man jetzt den neuen Ratschenverschluss. Dieser ist recht weit vorn angebracht und drĂŒckt mir tatsĂ€chlich nicht auf den Kehlkopf! Bei vielen anderen Helmen hat mich der Ratschenverschluss bislang immer gestört und meine anderen Helme haben alle einen Doppel-D Verschluss. Dieser ist ĂŒbrigens auf der Rennstrecke vorgeschrieben und bei ARAI gibt es nichts anderes!!
Im Bild sieht man hier noch den Windabweiser im Kinnbereich der sich sehr einfach entfernen lĂ€sst. Damit wird der Helm allerdings spĂŒrbar lauter und es zieht an den Augen!
SHOEI liefert ein nettes Zubehörteil mit dem Namen „Whisper-Strip“. Das ist ein Kragen aus hochwertigem weichen Leder mit einer etwa 10mm dicken FĂŒllung aus Schaumstoff. Dieser Kragen kann in praktisch jeden Helm eingesteckt werden um den LĂ€rmpegel im Helm zu senken. Aber: Der „Einstieg“ in den Helm ist dann besonders in Verbindung mit dem Ratschenverschluss abenteuerlich eng. Der Whipser-Strip reduziert die WindgerĂ€usche im Helm spĂŒrbar, aber das schnelle Entfernen der Kinnpolster klappt dann nicht mehr, so hat alles seine Vor- und Nachteile!
Fazit:
Der SHOEI GT-Air ist ein toller Helm mit einer fĂŒr meinen Kopf perfekten Passform. Das GerĂ€uschniveau ist besonders in Verbindung mit dem Whisper-Strip erfreulich niedrig. Die EntlĂŒftung funktioniert sehr unauffĂ€llig und im Gegensatz zum XR-1100 produziert sie keine störenden PfeifgerĂ€usche. Das Pin-Lock Visier ist perfekt positioniert und engt das Sichtfeld nicht störend ein. Die Aerodynamik ist sehr ausgewogen, der Helm pendelt auch bei 200 km/h praktisch nicht. Die integrierte Sonnenblende ist praktisch und lĂ€sst sich gut bedienen. Das Visier kann leicht gewechselt werden und der groĂe Ratschenverschluss drĂŒckt nicht auf den Kehlkopf.
Der GT-Air ist damit ein ziemlich perfekter Helm fĂŒr reinrassige Tourenfahrer.
Dieser Helm ist in unterschiedlichen Farben und Designs ab 499,- Euro erhÀltlich:
















Hallo Ansgar,
habe mit groĂem Intresse deinen Test vom Shoei GT- Air gelesen und kann nach einer ausgiebigen Testfahrt deine Meinung nur bestetigen. Ich habe allerdings noch eine Information ĂŒber den Ratschenverschuss, den kann man ĂŒber Shoei umrĂŒstenlassen auf Doppel-D
Hallo Bernd, danke fĂŒr Dein Feedback! Bei Schuberth kann man den Nachfolger des S1 pro auch auf Doppel-D umrĂŒsten lassen, aber das kostet fast 100 Euro, da dafĂŒr das ganze Innenleben aus dem Helm heraus muss. Ich verstehe nicht, warum man nicht einfach beide Varianten anbietet? Aber nach einigen Wochen mit dem Shoei Air muss ich sagen, ich finde den Ratschenverschluss jetzt richtig gut! Er drĂŒckt nicht auf den Kehlkopf, ist schnell auf und wieder zu und lĂ€sst sich so einstellen, dass der Helm fest sitzt.
Heute war ich 6 Stunden mit dem Helm unterwegs. Irgendwie habe ich manchmal MĂŒhe das Visier „richtig“ zu schlieĂen, also fest einzurasten. Ăber die kleine „Nase“ am Visier klappt das mit viel Kraft manchmal nicht. Da muss man mit dem Handschuh von Oben auf das Visier drĂŒcken, dann rastet es mit einem Satten „Klack“ ein und dann pfeift auch nichts mehr.
Die LĂŒftung könnte etwas effizienter sein. Beim Schuberth S1 pro blĂ€st es manchmal so stark auf dem Kopf, dass man Kopfweh bekommt, besonders wenn man etwas verschwitzt ist. Beim Shoei Air weiĂ man manchmal nicht so genau, ob die LĂŒftung wirklich geöffnet ist. Erst wenn man durch einen kĂŒhlen Wald fĂ€hrt merkt man manchmal den Unterschied.
Es ist schade, dass Schubert keinen echten Ersatz fĂŒr den S1 pro herstellt đ Aber der Shoei Air ist ganz nah dran đ
Hallo zusammen,
ich hatte den GT Air vor ein paar Tagen auch im Shop auf der RĂŒbe. Was mich stört ist der Ratschenverschluss. Es ist ja interessant zu lesen, dass man den auf Doppel-D umrĂŒsten lassen kann. In der Louis Zentrale in HH wusste man das nicht. Wo hast du das machen lassen? DafĂŒr nochmal 80 Euro zu verlangen, bei einem ohnehin nicht gerade gĂŒnstigen Helm, ist aber schon frech. Warum bietet Shoei nicht gleich 2 Verschlussvarianten an….
Hallo Ansgar, habe mir den Shoei in Brilliant Yellow mit Doppel-D ĂŒber meinen HĂ€ndler bestellt, kostet 80⏠extra.
Geliefert wird leider erst in ein bis zwei Wochen đ aber ich bin nunmal ein Fan vom DD sitzt halt immer Perfekt.
Noch eine Frage zum Whisper-Strip ist der beim Helm dabei oder mus ich ihn extra bestellen?
Bei preisen zwischen 30⏠und 40⏠ist das schon von Intresse đ
Zur effizienz der LĂŒftung kann ich nur sagen das ich beim öfnen der oberen einen deutlichen Luftzug spĂŒrte stĂ€rker jedenfals als bei meinem alten S1
Der Whisper-Strip bringt eine deutliche Reduzierung des LĂ€rmpegels! Aber wichtiger ist eine gute Sitzposition. Sitzt man so hinter einer Verkleidungsscheibe, dass man alle Wirbel voll auf den Helm bekommt, so ist jeder Helm abartig laut!
Nur wenn ein Helm sauber vom Fahrtwind umströmt wird kann er relativ leise sein. Daher bringt manchmal eine etwas höhere oder kĂŒrzere Scheibe mehr als eine „leiserer“ Helm. Kann zudem die Höhe der Sitzbank variiert werden, so lohnt sich das eine oder andere Experiment.
Beim Shoei GT-Air kann man zusĂ€tzliche kleine Ohrpolster einsetzen, die sind super und reduzieren den LĂ€rm erneut. Sehr wichtig ist auch eine enge Passform. Ist der Helm zu weit, so wird die Polsterung fast nicht zusammengedrĂŒckt und damit dringen mehr GerĂ€usche an die empfindlichen Ohren.
Ich bin heute trotz allem ein paar hundert Kilometer mit Gehörschutz gefahren, das ist einfach das beste was es fĂŒr die Ohren gibt.
Wie effizient die LĂŒftung ist hĂ€ngt auch von der Sitzposition usw. ab. Bei meinem Schuberth war sie auf meinem Mopeds effizienter als beim GT-Air. Aber dort ist sie nicht schlecht, sie ist eben eher „unauffĂ€llig“ đ
Der Whisperstrip macht ĂŒbrigens den Einstieg in den Helm relativ eng! Damit muss man klarkommen! Denn nur so kann er funktionieren. Und der Helm ist danach nicht mehr so „luftig“. An heiĂen Tagen fahre ich daher lieber ohne Whiper-Strip und benutze im Gegenzug die ungeliebten Ohrstöpsel.
Ich habe mir den GT AIR auch gekauft, dennoch find ich das ab 100kmh die lautstĂ€rke relativ laut ist. Man muss dazu sagen, dass ich eine unverkleidete Maschine Fahre (ER 5). Das Komische daran ist, dass es erst laut wird wenn man das Visier schlieĂt. Ihr redet die ganze Zeit von einem Whisper KIT, dieser ist aber irgendwie nur fĂŒr die XR1000er Reihe zu bekommen ?! Welche Ohrpolster könnte man denn in den Helm einsetzen, damit er ruhiger wird ?
Der Whisper-Strip ist ein „Universalteil“ von Shoei. Der passt praktisch ĂŒberall, bspw. auch in meinem HJC RPH-A. Das ist ein C – förmiger Kragen aus Leder der etwa 7mm dick und weich gepolstert ist. Er hat auĂen einen Rand aus hartem Kunststoff den man zwischen Helmschale und „Innenleben“ schiebt. Der Whisper-Strip liegt eng am Hals an und macht den Einstieg in den Helm sehr eng. Auch das Abnehmen wird damit erschwert. Auch ist der Halm damit nicht mehr so „luftig“ weil die EntlĂŒftug eingeschrĂ€nklt wird. Man muss als abwĂ€gen zwischen Komfort beim Auf- und Absetzen und den lauten WindgerĂ€uschen.
Generell ist der GT Air etwas laut wenn das Visier nicht korrekt verriegelt wird. Bei meinem Exemplar geht es manchmal mit dem kleinen schwarzen „Knubbel“ am Visier nicht. Dann muss ich mit dem Handschuh fest auf die obere Kante des Visiers drĂŒcken, dann rastet es mit einem lauten „Klack“ sehr satt ein. Zum Ăffnen muss man wieder mit etwas Kraft den „Knubbel“ nach oben drĂŒcken.
Mit geöffneten BelĂŒftungsklappen ist der GT-Air wie alle anderen Helme lauter. Je nach lage im Wind kann an der Kante des oberen Windeinlasses ein deutlich hörbares hohes Pfeifen entstehen.
Bei hohen Geschwindigkeiten und langen schnellen Autobahnfahrten sollte man in jedem Helm grundsÀtzlich einen Gehörschutz tragen. Ich suche seit 20 Jahren, es gibt einfach keinen Helm der so leise ist, dass man nach 3h Autobahn bei Tempo 180 kein Ohrensausen hat.
Die Ohrpolster sollten serienmĂ€Ăig beiliegen und eingesetzt sein. Wenn Du da wo die Ohren im Helm sind zwei kleine herausnehmbare Polster hast, dann ist Dein GT-Aiur komplett. Kannst Du dort das scharz gefĂ€rbte feste DĂ€mmmaterial sehen, dann solltest Du mal bei Louis oder den ĂŒblichen VerdĂ€chtigen nachfragen ob sie die Ohrenpolster separat verkaufen können.
Mit Ohrenposltern, korrekt geschlossenem Visier, geschlossenen LĂŒftungsschlitzen, eingesetztem Windabweiser am Kinn und Whisper-Strip kann man den GT-Air bis ca. 100 km/h ohne Ohrenstöpsel 2-3 Stunden ganz gut „ertragen“, sofern man sauber im Wind sitzt und keine Verkleidungsscheibe fiese Wirbel produziert die sich als LĂ€rm im Helm bemerkbar machen.
Beispielsweise hier gibt es den Whisper-Strip:
http://www.louis.de/index.php?partner=onmacon&topic=artnr_gr&artnr_gr=20012150
Es steht zwar nicht dabei, aber er passt sehr gut in den GT-Air, sowie HJC RPH-A und viele andere Helme von „Fremdherstellern“.
So sieht das dann aus:
http://anscharius.files.wordpress.com/2013/05/shoei_gt_air_14.jpg
Hilft Dir das weiter?
Vielen Lieben Dank, fĂŒr die ausfĂŒhrliche Beschreibung. Also mein GT-Air hat doch diese Ohrenpolster Inlays. Jetzt organisier ich mir mal so ein Whisple KIT und schau ob ich besser damit zurecht komme. Bzw davor hatte ich ein Schuberth S1 – fande den eigentlich echt leise. Doch irgendwie hat der GT-Air am besten gepasst, sprich es wurde diesmal kein Schuberth.
Vielen Dank fĂŒr den tollen Bericht. Ich war bis jetzt noch nicht ganz sicher, aber jetzt werde ich definitiv den GT Air kaufen. Sicherheit, Passform und Ausstattung sind top. Ich denke auch dass es derzeit der der beste Helm ist..
GrĂŒsse aus der 100’000 Kurven-Schweiz.. đ